Vorbericht zur 22. DGM im Radsport

Datum: 20.08.2018 | Starterliste

Am 25. und 26. August finden im sächsischen Torgau die 22. Deutschen Radsport Meisterschaften für Menschen mit Hörhandicap im Einzelzeitfahren und Straßenrennen statt. Die diesjährigen Titelträger werden im Rahmen des Sparkassen-HeideRadCups ermittelt. Federführend für die Organisation der Rennen für Hörhandicap sind neben der Radsportsparte der GSV Chemnitz und der Landesverband GSV Sachsen in Kooperation mit dem Veranstaltenden Verein „Sportfreunde Neuseenland e.V.“, so dass die DGS-Meisterschaften in großem Rahmen mit durchgeführt werden.

Steffen Kern, Fachwart des Deutschen Gehörlosen Radsports, verhandelte mit den Vertretern des „Sportfreunde Neuseenland e.V.“ eine eigene Wettbewerbsklasse für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit Hörhandicap, da für die einzelnen Klassen große Teilnehmerfelder erwartet werden und eine eigenständige Organisation unnötige Kosten und Genehmigungsverfahren nach sich gezogen hätte. Demnach wird die Veranstaltung ein eigenes Gesicht bekommen, die Rennen werden in großer Schleife gefahren, die Fahrer sehen die Zuschauer nur am Start und im Ziel. Ungewohnt für die DGS Starter, aber dafür warten auf sie zwei anspruchsvolle Strecken und auf die Fans eine erstklassig organisierte Veranstaltung – detaillierte Informationen dazu finden sich unter https://www.heideradcup.de/.

Einzelzeitfahren für Menschen mit HörhandicapIm Zeitfahren, das auf einer 5 km Strecke für die Elite-Männer und 4 km Strecke für die anderen Klassen von Taura nach Lausa durchgeführt wird, müssen die Teilnehmer vom Start weg bis zum Wendepunkt knapp 80 Höhenmeter bewältigen. Da hier zwei Runden zu fahren sind summiert sich das auf 160 Höhenmeter. Zwar nicht viel, aber es dürfte trotzdem in die Beine gehen. Da heißt es, seine Kräfte gut einzuteilen.

Die Straßenwettbewerbe führen wie bereits erwähnt über eine 70 km Schleife (Elite-Männer) und eine 45 km Schleife (Frauen, Masters, Hobby). Der Kurs ist ebenfalls anspruchsvoll, nach dem Start gilt es erstmal Höhenmeter zu sammeln, bis es nach 16 km auf welliger Strecke zum Ziel geht, wobei unterwegs auch kurze kräftezehrende Anstiege zu bewältigen sein werden.

Insgesamt haben 25 Teilnehmer und Teilnehmerinnen gemeldet, darunter Peter Hiltl (GSV München) als Titelverteidiger bei den Männern, Bianca Metz (GSC Bodensee) ebenfalls Titelverteidigerin bei den Frauen.

Nach längerer Trainings- und Rennpause nach einem Unfall ist Peter Hiltl nach wie vor Favorit in der Männerklasse. Gefährlicher Konkurrent im Kampf um Titel ist das neue Talent Max Jehle (GSC Bodensee), das sich vor wenigen Wochen den DG-Meistertitel im Mountain Bike erkämpfte, zumal Jehle auch den Landshuter Straßenpreis im April für sich entscheiden konnte. Dennoch strebt Hiltl als dreifacher Straßenmeister und zweifacher Meister im Zeitfahren, eine erfolgreiche Titelverteidigung an. Erfreulich ist, dass mit Holger Kleefuss (GSV Neuwied), Jens Preißner (GSBV Halle/Saale) und Gerald Mielke-Weyel (GSV Landshut) ehemalige DGS Spitzenfahrer und Deaflympics Teilnehmer in Torgau mit am Start sein werden.

StraßenrennenBei der Elite Damen ist Bianca Metz in diesem Jahr einzige Starterin ihrer Klasse, ihre beiden stärksten Konkurrentinnen Isabelle-Sophie Boberg (GSV Landshut) und Luise Jungnickel (Berliner GSV) fallen berufs- und studienbedingt aus. Weitere Frauen der Elite-Klasse haben nicht gemeldet. Aus diesem Grund erhält Metz bei diesen Meisterschaften Masterstatus und startet mit den Senioren ab 50. Der bisherige Titelverteidiger der Master ist Carl-Heinz Sänger (Berliner GSV). Ihm könnte Volker Marks (GBF München), der in Landshut gewann, einen Strich durch die Rechnung machen und auch Gerrit Besselink (GSV Münster) möchte ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitreden. Mit Metz als mehrfache Europameisterin wird es für die Herren auf dem Rad nicht einfacher. Es bleibt daher spannend!

Und auch die Hobbyfahrer werden ihre Wettbewerbe fahren. Hier ist Frieder Leupolz (GSC Bodensee), Gründungsmitglied der DGS-Sparte im Jahr 1979 als Favorit mit von der Partie.

Den Radsport im DGS gibt es seit 1979, im Jahr 1980 nahm ein Team an der Weltmeisterschaft in Belgien und holte im Jahr darauf bei den Weltspielen 1981 der Gehörlosen in Köln die erste Medaille. Bis es mit der ersten Deutschen Meisterschaft klappte, dauerte es bis 1996. Heute mit der 22. Austragung der Deutschen Gehörlosen Meisterschaften bewährt sich der Radsport zum wiederholten Male und wir alle freuen uns auf eine faire und gut organisierte Veranstaltung.

Text: Steffen Kern/Anne Köster

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