Radsportler kämpfen in Brügge um die Europameistertitel

Datum: 30.05.2016 | Vorbericht

Nach den letzten erfolgreichen Europa-Titelkämpfen der Radsportler, welche 2012 im russischen Togliatti durchgeführt wurden, stehen nun die 8. Radsport-Europameisterschaften an, welche vom Belgischen Gehörlosen Sportverband vom 14. - 20. August in Brügge und Eecklo durchgeführt werden. Man kann davon ausgehen, dass es eine erfolgreiche Veranstaltung werden wird, zumal der Cheforganisator Jan van den Brambusche ein erfahrener Organisator ist und sich gut im Radsport-Milieu auskennt. Und auch die Zusammenarbeit mit dem EDSO-Radsport Fachwart u.a. läuft gut, so dass man sich bei den einzelnen Wettbewerben auf reibungslose Abläufe einrichten kann.

Insgesamt haben sich zu dieser Europameisterschaft 14 Länder mit knapp 70 Sportlern und 30 Offiziellen/Betreuern angemeldet. Das ist ein Rekord und sicherlich auch eine Richtschnur für die folgenden Radsport-Europameisterschaften.

Togliatti EM Radsport der Gehörlosen beim Straßenrennen

Es werden insgesamt 4 Wettbewerbe durchgeführt. Der Sprint und das Punktefahren finden in Brügge auf der Patric-Sercu Rennbahn statt. Die Wettbewerbe im Zeitfahren und im Straßenrennen werden dann im Raum Eecklo ausgetragen.

Das abschließende Straßenrennen auf einem etwa 10 km langem Rundkurs weisst zwar keine Berge bzw. Anstiege auf, ist aber recht winklig und beinhaltet eine 1200 Meter lange Kopfsteinpflasterpassage (bekannt aus dem Radklassiker „Paris-Roubaix“) welche wohl eine entscheidende Rolle spielen dürfte.

Erstmals gibt es auch Wettbewerbe für Fahrer über 41 Jahre, welche allerdings nur die Straßenwettbewerbe bestreiten werden.

Vom DGS nehmen 2 Frauen, 3 Männer und 4 Seniorenfahrer teil. Angesichts der hohen Beteiligung und der vielen neuen Teilnehmer sind die Chancen der deutschen Teilnehmer etwas schwierig einzuschätzen.

Bei den Frauen haben Bianca Metz und Isabelle-Sophie Boberg durchaus Chancen in allen Wettbewerben um die Medaillenränge zu fahren. Allerdings dürfte dies eher für die Straßenwettbewerbe gelten, da sie wohl wenig Bahnpraxis haben. Aber das dürfte auch die Fahrer der anderen Nationen treffen. Schärfste Konkurrentinnen werden sicherlich die Russinnen sein, welche mit 5 Fahrerinnen präsent sein werden. Da vermisst man mit Luise Jungnickel eine chancenreiche DGS Teilnehmerin, welche aus beruflichen Gründen nicht teilnehmen kann.

Eine schwere Aufgabe haben die Männer des DGS-Teams, wo Peter Hiltl zumindest in den Straßenwettbewerben für einen Spitzenplatz sorgen könnte. Sollte Peter auf dem flachen Kurs gut über die Kopfsteinpflasterpassagen kommen und in einer Spitzengruppe einkommen, könnte sogar eine Medaille für den spurtschnellen Münchner drin sein.

Im Zeitfahren haben Carsten Poerschke und Jan Witkowski Chancen unter den Top 10 zu landen. Im Straßenrennen werden sie Helferdienste für Peter Hiltl leisten müssen.

Wie sie bei den Bahnwettbewerben zurecht kommen werden, wird sich zeigen, sollte aber nicht allzusehr ins Gewicht fallen, wenn sie in dem Rundenwirbel untergehen. Die beiden Straßenwettbewerbe sollten Leistungskriterium sein. Aber man kann durchaus mit einer Überraschung rechnen, wenn einer der DGS Fahrer auf der Patric Sercu-Bahn gut zurecht kommt, zumal auch der Sprintspezialist und mehrfache Europameister und Deaflympic-Sieger Gerald Mielke-Weyel mit am Start sein wird.

Erstmals wird auch der Europa-Cup für Radsportler ab 41 Jahre durchgeführt, welche ein Zeitfahren und ein Straßenrennen bestreiten werden. Hier starten u.a.ehemalige gehörlose Spitzenfahrer wie der Belgier Gerald Troch und auch Gerald Mielke Weyel.

Man kann davon ausgehen, dass die Veranstaltung einen guten Verlauf nehmen wird in der Heimat einstiger Radsportgrößen wie z.B. Roger und Eric de Vläminck, welche die Veranstaltung übrigens unterstützen.

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